Kandidatur als stellv. Landesvorsitzender der Europa-Union Hamburg

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

ich habe mich entschieden erneut als stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union Hamburg zu kandidieren. Ich möchte deshalb an dieser Stelle all jenen, die mich nicht kennen, einen kurzen Eindruck über meine Person geben. Außerdem möchte ich meine Ziele für die kommende Wahlperiode darlegen und kurz Rechenschaft über meine Tätigkeit in der vergangenen ablegen.

Über mich

Im Hauptberuf bin ich selbstständiger IT-Consultant und Software-Entwickler. Ich berate und begleite Behörden und kleine bis mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung webbasierter Open-Source Software, unterstütze bei Systemumstellungen (sog. „Migrationen”) und entwickle individuelle Software-Lösungen.

Abschlussbild SimEP¹ 2010Dies hat nicht viel mit Politik, politischer Bildung und Europa zu tun. Allerdings interessiere ich mich seit meiner Jugend für politische Systeme, nahm an Parlamentssimulationen teil und half später auch bei der Durchführung und Organisation; — hier in Hamburg z.B. bei »Jugend im Parlament«, das die Hamburgische Bürgerschaft jährlich organisiert oder bei der Simulation Europäisches Parlament (SimEP) die seit vielen Jahren von der Berliner JEF organisiert und im Deutschen Bundestag durchgeführt wird.

Prof. Anheier, Rainer Wieland MdEP, Lars BeckerDie unerquicklichen Debatten zum Verfassungsentwurf des EU-Konvents führten dazu, dass ich 2004 in die JEF – die ich schon lange vorher kannte, die mir zuvor aber zu spezialisiert erschien – eintrat. Seit dem ist die Europapolitik, neben der Schul- und Medienpolitik, mein politischer Schwerpunkt. Ich habe in der JEF und der Europa-Union seit dem eine Vielzahl von Funktionen und Führungsämtern übernommen und in den Jahren durchaus einige bewegt.

Im April dieses Jahres bin ich gerade in Memmingen mit einem sehr guten Ergebnis für ein Mitglied eines kleinen Landesverbandes erneut für zwei Jahre in den Bundesvorstand der Europa-Union gewählt worden, so dass ich mich freuen würde, mein Engagement auf Bundesebene auch in Zukunft mit dem Engagement vor Ort verbinden zu können.

Meine Ziele für 2015-2017

In der kommenden Wahlperiode möchte ich insbesondere zwei Ziele erreichen:

  1. Erste Ansätze eines „Ehrenamtsmangements“ durch den Vorstand zu etablieren. Gemeint ist damit das Ziel in der Organisation der Vereinsarbeit ehrenamtliches Engagement stärker zu nutzen und Möglichkeiten für Mitglieder zu schaffen, sich in der Organisation ehrenamtlich einzubringen.
    Als konkrete erste Maßnahme dafür stelle ich mir die Schaffung eines mitgliederoffenen Arbeitskreises zur Vereinsentwicklung vor, der eine Bestandsaufnahme macht, Interessen der Mitglieder auslotet und auf der Basis Vorschläge macht, wie der Verein einerseits stärker Mitwirkung ermöglichen kann, andererseits dadurch auch nach Außen stärker auftreten kann. Mein persönliches Anliegen wäre, dass wir die Präsenz im öffentlichen Raum deutlich steigern.
  2. Auf Dachverbandsebene ist die Programmatik seit vielen Jahren einer meiner Schwerpunkte. Bedauerlicherweise finden derartige Diskussionen derzeit nur auf Bundes- und Europaebene statt. Sofern genügend Interesse besteht wäre die Organisation eines „europapolitischen Stammtisches“ denkbar, auf der sich Mitglieder austauschen könnten und die gelegentlich vielleicht auch als Keimzelle für den einen oder anderen programmatischen Antrag sein könnte. Ich bringe mich gerne bei der Organisation dessen ein und informiere gerne über die Diskussionen auf der Dachverbandsebene, die ich als Mitglied des Präsidiums gut kenne und oft beteiligt bin.

Überblick über meine Tätigkeiten im Landesvorstand 2013-2015

Bei meiner letzten Kandidatur habe ich drei Zielvorstellungen benannt:

  1. Den Verband zu Öffnen und für mehr Transparenz zu sorgen.
  2. Verbesserung der internen und externen Kommunikation. Die Erneuerung der Homepage und der Einsatz sozialer Medien sollten hierbei wesentliches Instrument sein.
  3. Programmatische Diskussionen auf Landesebene zu beleben.

Bezüglich der Öffnung und mehr Transparenz schwebte mir als erster Schritt eine Reform der Strukturen vor. Zentrale Anliegen der letzten Amtszeit waren die Abschaffung von Hürden bei den Wahlen (bislang schlug der scheidende Vorstand den nächsten Vorstand vor; für abweichende Vorschläge gab es Hürden), die Abschaffung des Hauptausschusses – zu Gunsten von mitgliederoffenen themengebundenen Arbeitskreisen – und eine jährliche anstatt einer zweijährlichen Mitgliederversammlung.

Zu diesen, und ein paar weiteren Punkten, erarbeiteten Andreas Waldowski und ich auf der Basis wiederholter Diskussion in den Gremien, ein umfangreiches Papier zur Satzungsreform. Leider mussten wir bei der Diskussion des konkreten Antrags feststellen, dass einige zentrale Vorschläge nicht mehrheitsfähig waren, und vom Hauptausschus abgelehnt wurden. Ergebnis dieser langen Diskussion ist nun der vorliegende Vorschlag des Landesvorstandes die Regelungen zur Wahl in die Gremien zu reformieren. Die Abschaffung des Hauptausschusses hingegen wurde, anders als die Idee Arbeitskreise einzurichten, aber abgelehnt. Auch wenn ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, kann ich mit dem Ergebnis leben, da wir in der nächstens Amtsperiode dann Arbeitskreise bekommen werden.

Veranstaltung mit Manuel MüllerWas mein drittes Ziel betrifft, programmatische Diskussionen zu verstärken, bin ich nur mäßig mit mir selbst zufrieden. Erfolgreich war die Idee einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung mit der JEF zum Föderalismus, mit dem Historiker und „Europa-Blogger“ Manuel Müller, die nicht auf ein Podium mit Moderator setzte, sondern auf ein Format an dem sich alle beteiligten konnten. Gleichwohl muss ich an dieser Stelle konstatieren, dass eine diskursive Veranstaltung in 1,5 Jahren eine Quote ist, die gesteigert werden könnte und sollte. Daran würde ich gerne mit anderen Programmatikinteressierten arbeiten.

Ich würde mich über Ihr und Eurer Vertrauen freuen und stehe Euch gerne für Rückfragen, hier, per E-Mail oder persönlich zur Verfügung.

Mit föderalistischem Gruß, Ihr und Euer,
Lars Becker